Skulpturen...
Saxa loquuntur. - Die Steine sprechen.
Seit Alters weiß man es: die Steine sprechen. Sie raunen, sie erzählen; für Sage und Geschichte scheinen sie unsere vertrauenswürdigsten Zeugen, alles gründet auf ihnen, und ihre Dauerhaftigkeit lässt, was auch immer geschieht, episodisch erscheinen; kaum etwas aber, das nicht auf ihnen seine Spur hinterließe, der Mensch als letzter und am nachdrücklichsten der Bildhauer.
Mag sich aber der Stein, den dieser wählte, seinen Absichten in Form und Ausdruck fügen, so beschränkt er sich auch dann nicht darauf, zu erzählen, was der, der ihn umformte, ihn erzählen lassen will; das mag nur in der Haupttonlage der Stimme geschehen, die in ihren Untertönen zugleich Zeugnis gibt von der Eigenart des Bildhauers in deren Verdeutlichung bis dahin, von der Zeit, die diesen geprägt hat, vom Stil, aus dem er erwächst, von der Kultur der lang hin gewachsenen, die in Wissen und Streben sich auch des Steins auf ihre spezifische Weise bemächtigt hat, vor allem aber denn noch, dunkel unterlegt, von der Zeitlosigkeit seines eigenen Werdens bis in den Beginn aller Schöpfung zurück.






